Leitfahigkeitsmessung

Bestimmungsmethode
Die Leitfahigkeit (oder die elektrolytische Leitfahigkeit) wird als Fahigkeit des Werkstoffes, den elektrischen Strom zu leiten, bestimmt. Sie ist der Reziprokwert des Widerstandes.
Die Leitfahigkeit der Milch vom gesunden Tier* hat die folgenden Durchschnittswerte:

Milchart

Leitfahigkeitswerte

Kuhmilch

zwischen 4 und 6 mS/cm (18°C)

Schafsmilch

zwischen 3 und 5 mS/cm (18°C);

Buffelmilch

zwischen 2,5 und 5 mS/cm (18°C);

* Diese Werte hangen von dem geographischen Gebiet, von der Rasse und von anderen Faktoren ab.
  • Die Leitfahigkeit der Milch verandert sich je nach der Ionenkonzentration in der folgenden Abhangigkeit:
  • Zugabe von Wasser, Zucker, Proteinen, unlosbaren Salzen

    Vermindert die Ionenkonzentration. Vermindert die Leitfahigkeit der Milch

    Zugabe von Salzen

    Erhoht die Ionenkonzentration. Erhoht die Leitfahigkeit der Milch

    Ausserordentlich hohe Werte (6,5 - 13,00 mS/cm (18°C)

    Zeugen von Mastitis. Die Infektion greift das Gewebe des Euters an und die Natrium- und Chlorionen aus dem Blut dringen in die Milch ein. Die Ionenkonzentration in der Milch erhoht sich und sie leitet besser den elektrischen Strom, d.h. ihre Leitfahigkeit steigt an 

  • Die Milchleitfahigkeit kann als Test fur die Verdampfbarkeitsstufe bei der Produktion von kondensierter Milch dienen
  • Die Veranderung der Milchleitfahigkeit ist ein Kennwert fur die Loslichkeit der Trockenmilch

  • Mastitis:
    Die Mastitis verursacht Veranderung der Milchleitfahigkeit vorwiegend wegen der Veranderung der Konzentration der Natrium-, Kalium- und Chlorionen. Deshalb kann die Messung der Leitfahigkeit fur die fruhe Diagnostik der Mastitis beitragen.
    Die Mastitis ist eine Erkrankung der Milchdruse und wird meistens durch bakterielle Infektion des Eutersgewebes hervorgerufen.
    Die Mastitis ist heute „die teuerste“ Erkrankung in der Farm. Laut der statistischen Information betragen die Gesamtverluste in den USA 1.5 bis 3 Billionen Dollars im Jahr, d.h. 11 % von der Gesamtmilchproduktion in den USA.
    Die Mastitis kann klinisch und postklinisch sein. Bei der klinischen Mastitis schwellt das Euter an und die Kenndaten der Milch sind ausserhalb der Normalgrenzen. Sie enthalt Bakterien und ihre Zusammensetzung ist bedeutsam verandert.
    Die postklinische Mastitis ist problematischer, weil bei ihr keine sichtbaren Veranderungen des Euters und der Milch festzustellen sind, die Milchmenge wird aber reduziert, sie enthalt Bakterien und ihre Zusammensetzung ist verandert. Die Mastitis wirkt sich negativ auf die Qualitat der Produktion aus wegen der erhohten Enzymaktivitat. Das fuhrt zur Vermiderung der Kase- und Buttermengen, Anderung der Saurebildung in den fermentierten Produkten und der Geschmackseigenschaften aller Milchprodukte.
    Um die Landwirte dazu zu fordern, die Mastitis in den Herden effektiver zu bekampfen, bieten viele Hersteller von Milchprodukten Spezialprogramme zum Ankauf von mastitisfreier Milcht und Ankauf zu einem niedrigeren Preis von Milch mit Mastitis.
    Der Zusammenhang zwischen der Milchleitfahigkeit und dem gesunden Euter des Tieres hat uns dazu gebracht, die Messung der Leitfahigkeit als Option unseres Milchanalysators zu entwickeln. Es besteht eine starke Abhangigkeit zwischen der elektrischen Leitfahigkeit und dem Gehalt an Laktose und Salzen in der Milch. Krankheiten, welche nicht das Euter betreffen, Stoffwechselprobleme, Futterungsanderungen, die Rasse, der Stress und die Laktationsperiode beeinflussen die Leitfahigkeit, haben aber einen kleineren Einfluss auf die Anzahl der somatischen Zellen. Die Ergebnisse der gemessenen Leitfahigkeit stellen keine Messung von somatischen Zellen dar. Die beiden sind mit dem Vorhandensein von Infektionen verbunden, zwischen ihnen besteht aber nur eine allgemeine Abhangigkeit. Die Untersuchungen der elektrischen Eigenschaften der Milch zeigen, dass es kein fixierter Punkt oder Zahl gibt, an dem die Mastitis vorhanden oder nicht vorhanden ist. Vielmehr zeigt die Leitfahigkeitsanderung eine Erhohung oder Minderung der Infektionsstufe an.
    Wenn Sie bei der Anwendung des Milchanalysators Laktoscan mit seiner Option zur Messung der Milchleitfahigkeit ausserordentliche Leitfahigkeitswerte (6,5 – 13,00 mS/cm (18°C) messen, ist das ein Hinweis darauf, dass sich Mastitis entwickelt. Die Landwirte konnen diese Ergebnisse zur Bekampfung der postklinischen Mastitis benutzen und auf diese Weise die Milchproduktion wie in Quantitats-, so auch in Qualitatshinsicht optimieren.
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